Addis Abeba – Kenianische Grenze

Nach acht Tagen ist der Toyota endlich repariert, es geht weiter in den Mago-Nationalpark. Die Anfahrt ist von unglaublich schön – eine Nacht am Langano See; über unglaublich dreist – in Konso verlangt man von uns den doppelten Preis mit dem Hinweis wir wären ja schließlich Weiße; bis unglaublich abenteuerlich – wir machen unsere ersten Wasserdurchfahrten. Bevor es in den Park geht gilt es Vorräte zu bunkern. Grund: Es lässt sich nicht sagen, wie lange wir brauchen, die Straßen können sehr schlecht sein und wann es wieder Kraftstoff gibt steht in den Sternen – am Ende haben wir zusätzliche 100 Liter Diesel an Bord, reichlich Essen und Trinken dabei. Schon auf den ersten Metern in den Park ist klar, hier fährt nur selten ein Auto. Hinweis des Parkrangers: „Jungs seid vorsichtig, die Straße ist in einem nicht so guten Zustand.“ Scheiße, die schlimmste Untertreibung seit der Behauptung das Tote Meer wäre erträglich Salzig. Rund drei Kilometer nach dem wir den Typen getroffen haben, die erste Flussdurchfahrt. Das Wasser schwappt bis zum oberen Scheibenrahmen, auf der letzten Rille erreichen wir das rettende Ufer. Schwein gehabt.

Der Weg lässt sich kaum erkennen, die Natur holt sich die Fahrspur Stück für Stück zurück. Wir campen auf einer schönen Ebene und geben dem aufregenden Tag einen entspannten Abschluss. Leider stören sich die Moskitos nicht an Gin-Tonic, es wird eine Horrornacht im Bulli. Völlig zerstochen geht es morgens weiter, wer behauptet der Mensch steht am Ende der Nahrungskette hat sich noch nie mit einer Horde Mücken angelegt. Müde gestartet endet die Tagesetappe schon nach knapp fünf Kilometer – schuld für den viel zu frühen Stopp, ein Fluss ist weit über die Ufer getreten. Um festzustellen, ob das Wasser steigt oder sinkt, kommt ein Stock mit Kerben in den Fluss. Wir wollen einen Tag und eine Nacht warten, um zu sehen ob es hier weiter geht. Am nächsten Morgen ist der Pegel tatsächlich gesunken, rund 30 Zentimeter. Um den Weg zu erkunden geht es ins brusttiefe Wasser, das was wie ein Fluss aussieht ist in Wirklichkeit unsere Straße, der eigentliche Wasserlauf kommt von der Seite. Gegen zwei Uhr Nachmittags, der Wasserspiegel ist insgesamt einen halben Meter tiefer, steht die Entscheidung – wir riskieren die Durchfahrt. Im Fluss stehend, werden mit Schaufel und Spaten, die größten Kanten geglättet. Claus fährt vor, mit Sandblechen und Seilwinde gelingt die erste Überfahrt. Der Bulli ist als zweites dran, meistert die ersten Meter überraschend gut, bleibt aber kurz vor dem rettenden Ufer an einer großen Kante hängen. Und dann passiert der Gau – Wasserschlag, das heißt die Brennräume sind geflutet, ein Totalschaden des Motors droht. Aber Aufgeben gilt nicht: Bernd schraubt im Matsch stehend die Glühkerzen aus dem Zylinderkopf. Eine beschissene Arbeit, durch die ungewöhnliche Einbaulage im Heck lassen sich die Kerzen kaum mit dem Schlüssel erreichen. Der Plan: Der Anlasser soll die Zylinder trockenlegen. Und tatsächlich, beim Dreh am Zündschlüssel schießt durch die Glühkerzenbohrungen das Wasser. Durch die Taktung des Motors erinnert das Specktakel an einen Springbrunnen. Es ist dunkel bis die Glühkerzen wieder an ihrem Platz und alle Leitungen angeschlossen sind. Und der Bulli beweist sein Kämpferherz, beim Dreh am Schlüssel kommt der Motor stotternd in die Pötte. Hurra, es geht weiter – genau 200 Meter – tiefes Wasser und noch tieferer Schlamm, die beiden Autos stecken wieder fest. Also alles wieder von Vorne, mit dem Wagenheber den Toyota von Claus anheben, Sandbleche unter die Reifen, Baum suchen für die Seilwinde und raus aus dem Mott. So der Plan, nur kein Baum will halten, das Stahlseil zieht einen Stamm nach dem anderen samt Wurzel aus dem Boden. Mittlerweile ist es drei Uhr morgens, wir stehen seit 13 Stunden im Wasser, es reicht. Kay schaufelt eine kleine Insel im Fluss beiseite, Bernd schraubt das Reserverad vom Bulli. Die neue Idee: Statt eines Baumes soll der Ersatzreifen als Anker dienen. Schön gedacht, am Ende graben wir das Ding vier Mal ein. Erst mit einem zusätzlich in den Boden getriebenes Sandblech hält der Reifen den Zugkräften stand, der Land Cruiser zieht sich langsam aus den Fluten. Völlig übermüdet bekommt keiner mit, dass der Haken in die Seilwinde läuft, Bruch in der Antriebsmechanik und weitere Überstunden im Fluss. Blattfedern und Hinterachsdifferential hängen im Schlamm, das heiß auf dem Bauch liegend den Unterboden frei zu graben. Es dauert bis zum Hell werden, bis wir den Toyota komplett aus dem Wasser haben. Und das Schlimmste, kaum raus steckt der Toyota im nächsten Loch. Aufgeben gilt nicht. Als nächstes ist der Bulli dran, am Seil des Toyota hängend soll er sich mit Hilfe eigener Kraft aus dem Fluss befreien, so der Plan. Nur der Motor will nicht starten, Licht zu lange angelassen. Also Batterie bei Claus ausbauen, Bus überbrücken. Mit laufendem Motor schaffen wir genau 15 Meter, hängen windschief in einem tiefen Loch. Und was macht der blöde, poröse Ansaugstutzen des Bulli, er hält nicht dicht – Wasserschlag die Zwote. Knietief im Fluss stehend baut Bernd die Glühkerzen erneut aus, zumindest sorgt die Routine für eine deutliche Zeitersparnis.

Bittere Erkenntnis: Rausziehen ohne Seilwinde klappt nicht, die Räder des Toyota finden keinen Halt im Sand. Aus purer Verzweiflung spannen wir den „High Lift Wagenheber“ zwischen die beiden Autos und tatsächlich es funktioniert – einen Meter Hebelweg ergibt zwei Zentimeter Vortrieb, besser als nichts – Stück für Stück ziehen wir uns per Muskelkraft aus dem Sumpf. Aber bitte, zu früh gefreut, die Pechsträhne geht weiter: Beim Versuch die Arbeit mit Motorkraft abzukürzen reißt das Abschleppseil, der Wagenheber fliegt durch die Luft und verbiegt. Am Ende brauchen wir fast 48 Stunden für 600 Meter und sind noch längst nicht aus dem Park. Am nächsten Tag bleiben wir tatsächlich noch einmal in einem trockenen Flussbett stecken, müssen zwei Bäume zersägen, einen Stamm aus dem Weg ziehen und durch unglaublich dichtes Unterholz fahren. Keine Frage, diesen Park haben die Tiere die meiste Zeit für sich alleine. Unser nächster Stopp, Turmi – Wasser auffüllen und Gemüse kaufen. Maria muss unbedingt in ihrer Firma anrufen, ihr Urlaub ist zu Ende. Durch unser Steckenbleiben hat sie keine Chance rechtzeitig zurück zukommen. Nur Blöd, das Kaff hat zwar einen Handymast, der ist aber nicht an die Stromleitung angeschlossen und mit den drei Festanschluss-Telefonen im Ort kann man nicht ins Ausland telefonieren. Dafür karrt Bernd beim Zurücksetzen mit dem Bus einen der spärlich gesäten Strommasten an. Zwar ist nur ein Rücklicht zerbrochen und der Mast völlig unversehrt, Geld wollen die Knaben aber trotzdem. Klar, wer sich als Tourist in Afrika einen Fehler erlaubt wird abkassiert – Anfangs werden 110 Euro aufgerufen, am Ende einigen wir uns mit dem Bürgermeister auf 20 Dollar.

Unser Camp wird auch von einheimischen Touristenführern genutzt, als sich rum spricht, dass wir durch den Mago-Park gefahren sind, Ungläubigkeit. Bei Bernds Filmvorführung der verschiedenen Wasserdurchfahrten steht eine Traube um ihn herum – Kommentar: „Ganz schön tough, euer Bus – durch den Park ist seit einem Jahr keiner mehr durch.“ Jetzt wird uns einiges klar! Stolz wie Bolle steigen wir in unseren Bulli, endlich hat mal jemand Anderes bestätigt was wir schon lange wissen, unser Kombi ist ein verdammt guter Kletterer. Weiter geht es Richtung Grüner Grenze, eigentlich müssten wir vorher unsere Pässe in Omorate stempeln lassen, aber unser Visum ist seit drei Tagen abgelaufen, also ersparen wir uns den Umweg und eventuelle zusätzliche Kosten.

Der Weg Richtung Kenia verdient den Namen Grüne Grenze, vorbei an einfachen Rundhütten geht es über sandige Fahrspuren und durch trockene Flussbette, Gott sei Dank regnet es nicht. Aber, oh Pech sie haben tatsächlich eine Polizeistation ins Nichts gebaut. Für einen kurzen Moment überlegen wir einfach durch zu brettern – blöde Idee, schließlich trägt hier jeder Zweite eine Kalaschnikow. Also gestoppt und Pässe vorgezeigt. Die Polizisten wollen uns prompt zum Stempeln nach Omorate zurückschicken. Wir reden mit Engelszungen auf sie ein, erklären, dass unser Dieselvorrat nicht reicht und tatsächlich, sie lassen sich erweichen, wollen mit ihren Vorgesetzten funken. Unser Glück, die Funkverbindung klappt nicht und einer ist auf unserer Seite, meint wir sollen weiter fahren, dass lassen wir uns nicht zweimal sagen – in die Autos gesprungen und los, nicht das es doch noch mit der Verbindung klappt.

 

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4 comments to Addis Abeba – Kenianische Grenze

  • Benni

    Oh Mann, was für eine Tortur… Und ihr habt’s einigermaßen heil überstanden, Glückwunsch! Am Heftigsten find ich ja die Bilder der mückenstichübersäten Körper – bei der Stichfrequenz kriegt man doch kein Auge zu.
    Naja, weiter alles Gute! Ich drücke die Daumen, dass ihr es noch rechtzeitig schafft – mit Bulli. Beste Grüße!

  • Stefan Hubertus

    isch dreh dorsch! un isch hab gedacht ihr hobbst da fröhlisch von hacienda mit spa zu bepooltem beach plus pina colada…ich muss wohl einräumen mich geirrt zu haben! Kopf hoch jungs, lebbe geht weider…und haut ‘n bissi rein, is nurnoch ne woche – knutschos, stefanos

  • Gude! Rock’n Roll ist kein Lehnstuhl. Wir beeilen uns…

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