Simien-Mountains

Von Gonda geht es über eine schöne Strecke in den Nationalpark Simien-Mountains. Ein Umweg, der sich lohnt, der Park liegt bis zu 4.300 Meter hoch und ist bekannt für eine seltene Gruppe von Steinböcken und einer speziellen Pavian Art, den Geladas, – Zwei Arten, die es nur hier gibt. Die Affen sind wirklich besonders, lassen einen auf wenige Meter ran, sitzen dabei ruhig auf einer Wiese und zupfen Gras. Bei ihrer Größe und dem fiesen Gebiss ist man froh, dass sie Vegetarier sind und nicht auf Hamburger stehen.

Und erst die Landschaft, der Blick von den Bergkämmen in die Täler ist atemberaubend, alleine die Aussicht hätte die Fahrt in das Gebirge gelohnt. Nur unseren bewaffneten Wächter haut der Anblick nicht vom Hocker, kaum in unserem Bus Platz genommen, schlummert er tief und fest. Die fünf Euro für ihn scheinen gut angelegt. Mit dem verpennten Wachmann im Schlepptau schrauben wir uns Serpentine um Serpentine dem Bergpass entgegen. Und plötzlich bei rund 3.800 Meter stehen sie vor uns, Steinböcke. Nicht wie erwartet auf einem weit entfernten Bergkamm, die wilden Tiere lassen uns ganz ruhig auf rund 20 Meter ran. Es ist eine kleine Herde, darunter drei Böcke mit riesigen Hörnern, sehr beeindruckend. Der Rückweg aus den Bergen ist dagegen eher bedrückend, unser linker Stoßdämpfer ist inkontinent. Ohne Dämpfung schlägt der Reifen wild auf und ab, die nächsten 80 Kilometer zurück nach Gonda geht es mit maximal 25 km/h voran. Ersatz muss her, Originalteile gibt es nicht, nach langen Suchen findet sich ein ungefähr passendes Exemplar, das sich mit Hilfe des alten Dämpfers ummodeln lässt.

Claus, unser Münchener Mitreisender hat nicht so viel Glück, sein Hinterachsdifferential ist hin, Ersatz teuer. Der Einbau eines gebrauchten Teiles dauert rund vier Tage. Zeit genug für unseren Hamburger Kumpel Jo, von Addis Abeba nach Gonda zu kommen, er fährt die nächsten 14 Tage mit uns, will Filmaufnahmen machen. Der letzte Tag Gonda und die Ankunft des frischen Afrikareisenden muss mit einem Festmenü gefeiert werden – den Hauptakteuren, zwei Hühnern, ist allerdings nicht nach Party – ihnen geht es an die Gurgel. Unsere Schlachtversuche sorgen auch unter den weiblichen Hotelangestellten für Gegacker. Schlag in Nacken, Hals durch, ausnehmen und rupfen – wer Fleisch möchte muss Blut sehen können. Erst beim Essen merken wir worüber sich die Damen lustig machen, wir haben zwei Gummiadler erwischt, zäh wie Leder das Gefieder. Egal, viel Kauen hält schlank.

Leave a Reply

 

 

 

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>