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	<title>Vom Kiez zum Kap &#187; Äthiopien</title>
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		<title>Addis Abeba –  Kenianische Grenze</title>
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		<pubDate>Sat, 22 May 2010 16:29:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bernd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Nach acht Tagen ist der Toyota endlich repariert, es geht weiter in den Mago-Nationalpark. Die Anfahrt ist von unglaublich schön – eine Nacht am Langano See; über unglaublich dreist – in Konso verlangt man von uns den doppelten Preis mit dem Hinweis wir wären ja schließlich Weiße; bis unglaublich abenteuerlich – wir machen unsere ersten Wasserdurchfahrten. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/05/Blog-Pic20.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-256" title="Blog-Pic20" src="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/05/Blog-Pic20-290x300.jpg" alt="" width="290" height="300" /></a>Nach acht Tagen ist der Toyota endlich repariert, es geht weiter in den Mago-Nationalpark. Die Anfahrt ist von unglaublich schön – eine Nacht am Langano See; über unglaublich dreist – in Konso verlangt man von uns den doppelten Preis mit dem Hinweis wir wären ja schließlich Weiße; bis unglaublich abenteuerlich – wir machen unsere ersten Wasserdurchfahrten. Bevor es in den Park geht gilt es Vorräte zu bunkern. Grund: Es lässt sich nicht sagen, wie lange wir brauchen, die Straßen können sehr schlecht sein und wann es wieder Kraftstoff gibt steht in den Sternen – am Ende haben wir zusätzliche 100 Liter Diesel an Bord, reichlich Essen und Trinken dabei. Schon auf den ersten Metern in den Park ist klar, hier fährt nur selten ein Auto. Hinweis des Parkrangers: „Jungs seid vorsichtig, die Straße ist in einem nicht so guten Zustand.“ Scheiße, die schlimmste Untertreibung seit der Behauptung das Tote Meer wäre erträglich Salzig. Rund drei Kilometer nach dem wir den Typen getroffen haben, die erste Flussdurchfahrt. Das Wasser schwappt bis zum oberen Scheibenrahmen, auf der letzten Rille erreichen wir das rettende Ufer. Schwein gehabt.</p>
<p>Der Weg lässt sich kaum erkennen, die Natur holt sich die Fahrspur Stück für Stück zurück. Wir campen auf einer schönen Ebene und geben dem aufregenden Tag einen entspannten Abschluss. Leider stören sich die Moskitos nicht an Gin-Tonic, es wird eine Horrornacht im Bulli. Völlig zerstochen geht es morgens weiter, wer behauptet der Mensch steht am Ende der Nahrungskette hat sich noch nie mit einer Horde Mücken angelegt. Müde gestartet endet die Tagesetappe schon nach knapp fünf Kilometer – schuld für den viel zu frühen Stopp, ein Fluss ist weit über die Ufer getreten. Um festzustellen, ob das Wasser steigt oder sinkt, kommt ein Stock mit Kerben in den Fluss. Wir wollen einen Tag und eine Nacht warten, um zu sehen ob es hier weiter geht. Am nächsten Morgen ist der Pegel tatsächlich gesunken, rund 30 Zentimeter. Um den Weg zu erkunden geht es ins brusttiefe Wasser, das was wie ein Fluss aussieht ist in Wirklichkeit unsere Straße, der eigentliche Wasserlauf kommt von der Seite. Gegen zwei Uhr Nachmittags, der Wasserspiegel ist insgesamt einen halben Meter tiefer, steht die Entscheidung – wir riskieren die Durchfahrt. Im Fluss stehend, werden mit Schaufel und Spaten, die größten Kanten geglättet. Claus fährt vor, mit Sandblechen und Seilwinde gelingt die erste Überfahrt. Der Bulli ist als zweites dran, meistert die ersten Meter überraschend gut, bleibt aber kurz vor dem rettenden Ufer an einer großen Kante hängen. Und dann passiert der Gau – Wasserschlag, das heißt die Brennräume sind geflutet, ein Totalschaden des Motors droht. Aber Aufgeben gilt nicht: Bernd schraubt im Matsch stehend die Glühkerzen aus dem Zylinderkopf. Eine beschissene Arbeit, durch die ungewöhnliche Einbaulage im Heck lassen sich die Kerzen kaum mit dem Schlüssel erreichen. Der Plan: Der Anlasser soll die Zylinder trockenlegen. Und tatsächlich, beim Dreh am Zündschlüssel schießt durch die Glühkerzenbohrungen das Wasser. Durch die Taktung des Motors erinnert das Specktakel an einen Springbrunnen. Es ist dunkel bis die Glühkerzen wieder an ihrem Platz und alle Leitungen angeschlossen sind. Und der Bulli beweist sein Kämpferherz, beim Dreh am Schlüssel kommt der Motor stotternd in die Pötte. Hurra, es geht weiter – genau 200 Meter – tiefes Wasser und noch tieferer Schlamm, die beiden Autos stecken wieder fest. Also alles wieder von Vorne, mit dem Wagenheber den Toyota von Claus anheben, Sandbleche unter die Reifen, Baum suchen für die Seilwinde und raus aus dem Mott. So der Plan, nur kein Baum will halten, das Stahlseil zieht einen Stamm nach dem anderen samt Wurzel aus dem Boden. Mittlerweile ist es drei Uhr morgens, wir stehen seit 13 Stunden im Wasser, es reicht. Kay schaufelt eine kleine Insel im Fluss beiseite, Bernd schraubt das Reserverad vom Bulli. Die neue Idee: Statt eines Baumes soll der Ersatzreifen als Anker dienen. Schön gedacht, am Ende graben wir das Ding vier Mal ein. Erst mit einem zusätzlich in den Boden getriebenes Sandblech hält der Reifen den Zugkräften stand, der Land Cruiser zieht sich langsam aus den Fluten. Völlig übermüdet bekommt keiner mit, dass der Haken in die Seilwinde läuft, Bruch in der Antriebsmechanik und weitere Überstunden im Fluss. Blattfedern und Hinterachsdifferential hängen im Schlamm, das heiß auf dem Bauch liegend den Unterboden frei zu graben. Es dauert bis zum Hell werden, bis wir den Toyota komplett aus dem Wasser haben. Und das Schlimmste, kaum raus steckt der Toyota im nächsten Loch. Aufgeben gilt nicht. Als nächstes ist der Bulli dran, am Seil des Toyota hängend soll er sich mit Hilfe eigener Kraft aus dem Fluss befreien, so der Plan. Nur der Motor will nicht starten, Licht zu lange angelassen. Also Batterie bei Claus ausbauen, Bus überbrücken. Mit laufendem Motor schaffen wir genau 15 Meter, hängen windschief in einem tiefen Loch. Und was macht der blöde, poröse Ansaugstutzen des Bulli, er hält nicht dicht – Wasserschlag die Zwote. Knietief im Fluss stehend baut Bernd die Glühkerzen erneut aus, zumindest sorgt die Routine für eine deutliche Zeitersparnis.</p>
<p><a href="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/05/Blog-Pic21.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-257" title="Blog-Pic21" src="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/05/Blog-Pic21-290x300.jpg" alt="" width="290" height="300" /></a>Bittere Erkenntnis: Rausziehen ohne Seilwinde klappt nicht, die Räder des Toyota finden keinen Halt im Sand. Aus purer Verzweiflung spannen wir den „High Lift Wagenheber“ zwischen die beiden Autos und tatsächlich es funktioniert – einen Meter Hebelweg ergibt zwei Zentimeter Vortrieb, besser als nichts – Stück für Stück ziehen wir uns per Muskelkraft aus dem Sumpf. Aber bitte, zu früh gefreut, die Pechsträhne geht weiter: Beim Versuch die Arbeit mit Motorkraft abzukürzen reißt das Abschleppseil, der Wagenheber fliegt durch die Luft und verbiegt. Am Ende brauchen wir fast 48 Stunden für 600 Meter und sind noch längst nicht aus dem Park. Am nächsten Tag bleiben wir tatsächlich noch einmal in einem trockenen Flussbett stecken, müssen zwei Bäume zersägen, einen Stamm aus dem Weg ziehen und durch unglaublich dichtes Unterholz fahren. Keine Frage, diesen Park haben die Tiere die meiste Zeit für sich alleine. Unser nächster Stopp, Turmi – Wasser auffüllen und Gemüse kaufen. Maria muss unbedingt in ihrer Firma anrufen, ihr Urlaub ist zu Ende. Durch unser Steckenbleiben hat sie keine Chance rechtzeitig zurück zukommen. Nur Blöd, das Kaff hat zwar einen Handymast, der ist aber nicht an die Stromleitung angeschlossen und mit den drei Festanschluss-Telefonen im Ort kann man nicht ins Ausland telefonieren. Dafür karrt Bernd beim Zurücksetzen mit dem Bus einen der spärlich gesäten Strommasten an. Zwar ist nur ein Rücklicht zerbrochen und der Mast völlig unversehrt, Geld wollen die Knaben aber trotzdem. Klar, wer sich als Tourist in Afrika einen Fehler erlaubt wird abkassiert – Anfangs werden 110 Euro aufgerufen, am Ende einigen wir uns mit dem Bürgermeister auf 20 Dollar.</p>
<p>Unser Camp wird auch von einheimischen Touristenführern genutzt, als sich rum spricht, dass wir durch den Mago-Park gefahren sind, Ungläubigkeit. Bei Bernds Filmvorführung der verschiedenen Wasserdurchfahrten steht eine Traube um ihn herum – Kommentar: „Ganz schön tough, euer Bus – durch den Park ist seit einem Jahr keiner mehr durch.“ Jetzt wird uns einiges klar! Stolz wie Bolle steigen wir in unseren Bulli, endlich hat mal jemand Anderes bestätigt was wir schon lange wissen, unser Kombi ist ein verdammt guter Kletterer. Weiter geht es Richtung Grüner Grenze, eigentlich müssten wir vorher unsere Pässe in Omorate stempeln lassen, aber unser Visum ist seit drei Tagen abgelaufen, also ersparen wir uns den Umweg und eventuelle zusätzliche Kosten.</p>
<p><a href="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/05/Blog-Pic22.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-258" title="Blog-Pic22" src="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/05/Blog-Pic22-290x300.jpg" alt="" width="290" height="300" /></a>Der Weg Richtung Kenia verdient den Namen Grüne Grenze, vorbei an einfachen Rundhütten geht es über sandige Fahrspuren und durch trockene Flussbette, Gott sei Dank regnet es nicht. Aber, oh Pech sie haben tatsächlich eine Polizeistation ins Nichts gebaut. Für einen kurzen Moment überlegen wir einfach durch zu brettern – blöde Idee, schließlich trägt hier jeder Zweite eine Kalaschnikow. Also gestoppt und Pässe vorgezeigt. Die Polizisten wollen uns prompt zum Stempeln nach Omorate zurückschicken. Wir reden mit Engelszungen auf sie ein, erklären, dass unser Dieselvorrat nicht reicht und tatsächlich, sie lassen sich erweichen, wollen mit ihren Vorgesetzten funken. Unser Glück, die Funkverbindung klappt nicht und einer ist auf unserer Seite, meint wir sollen weiter fahren, dass lassen wir uns nicht zweimal sagen – in die Autos gesprungen und los, nicht das es doch noch mit der Verbindung klappt.</p>
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		<title>Gonda-Addis Abeba</title>
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		<pubDate>Wed, 19 May 2010 17:01:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bernd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Am nächsten Tag geht es Richtung Lalibella, auch Äthiopien hat in den Stein geschlagene Kirchen. Der Weg hat es allerdings in sich, Schlagregen und Schlamm, wir rutschen dem Ziel entgegen. Die dunklen Gewitterwolken am späten Nachmittag sorgen für eine unglaubliche, fast irreale Stimmung. Niemals hätten wir in Äthiopien so viel Abwechslung erwartet, es geht über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/05/Blog-Pic19.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-244" title="Blog-Pic19" src="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/05/Blog-Pic19-290x300.jpg" alt="" width="290" height="300" /></a>Am nächsten Tag geht es Richtung Lalibella, auch Äthiopien hat in den Stein geschlagene Kirchen. Der Weg hat es allerdings in sich, Schlagregen und Schlamm, wir rutschen dem Ziel entgegen. Die dunklen Gewitterwolken am späten Nachmittag sorgen für eine unglaubliche, fast irreale Stimmung. Niemals hätten wir in Äthiopien so viel Abwechslung erwartet, es geht über fruchtbare Täler und karge Bergpässe, wunderschön. Nur anhalten, um zum Beispiel die Aussicht zu genießen ist kaum möglich – egal wo, wir sind sofort umringt von Äthiopiern, selbst ein Pinkelstopp ist nicht ohne Zuschauer möglich, das nervt.</p>
<p>Lalibella ist ein sehr touristischer Ort, viele Hotels, alle deutlich teurer als in Gonda. Nach langen hin und her finden wir einen Platz für 2,50 Euro pro Auto. Die Steinkirchen sind die Wucht, am eindrucksvollsten ist ein in den Fels geschlagenes Kreuz. Zumindest sieht es von Oben so aus, wenn man an den rund zwölf Meter steilen Abgrund tritt, erkennt man erst die ganze Dimension des Kirchenbaues, sehenswert. Abends große Hektik, St. Pauli spielt gegen Augsburg, wer dieses Spiel gewinnt hat große Chancen auf den Aufstieg – das müssen wir sehen – Internet, Weltempfänger, Bezahlfernsehen – alle Versuche live dabei zu sein scheitern, selbst übers Handy funktioniert es nicht, Empfang zu schlecht. Mit hängenden Köpfen aufgegeben, taucht plötzlich Wako auf, als äthiopischer St Pauli Fan versteht er unser Problem und schafft es tatsächlich – Dubai Sports überträgt das Montagsspiel. Biertrunkene Freude auf unserer Seite, eine schlaflose Nacht für den Rest des Hotels, feiern wir den spielerisch überlegenen Sieg unserer Helden – forza St. Pauli.</p>
<p>Auf nach Addis Abeba, geplant ist es über die Grüne Grenze nach Kenia zu fahren, daher liegt die äthiopische Hauptstadt gezwungenermaßen auf dem Weg, nur so bekommen wir das nötige Visum für die Einreise ins nächste Land. Die Strecke ist mit rund 650 Kilometer zu lang, um es an einem Tag zu schaffen, wir überlegen wild zu Campen. In allen anderen Afrikanischen Ländern ist das kein Problem, in Äthiopien schon – zumindest raten alle  Reiseführer davon ab. Grund: Zu viele nervige Zaungäste. Egal, von der Straße abgebogen und ausprobiert, schließlich sind wir in Afrika, um unsere eigenen Erfahrungen zu sammeln. Tja, leider treffen die Reiseführer mit dieser Behauptung ausnahmsweise voll ins Schwarze. Kaum sind die Wagen abgestellt, schon werden wir von einer Menge Leute belagert. Donalds Idee, wir spielen Fußball mit den Einheimischen. Unsere Hoffnung, nach dem Spiel verlieren die vielen Äthiopier ihr Interesse an uns. Das Spiel macht wirklich Spaß, erst in gemischten Mannschaften, dann Deutschland gegen Äthiopien. Läuft der Ball bei uns gekonnt durch die Reihen, versuchen sich die Äthiopier mehr mit Einzelaktionen in Szene zu setzen. Die Konditionsvorteile liegen auf jeden Fall bei den Einheimischen, kein Wunder schließlich sind sie halb so alt wie wir, zusätzlich nimmt uns die Höhe von 2500 Meter die letzte Luft. Der Ausgang des Spieles? Wir haben uns höfflich mit einer Niederlage für die Gastfreundschaft bedankt. Abpfiff mit dem Dunkel werden, nur leider geht unser Plan nicht auf – keiner der Zuschauer verpfeift sich. Gefühlt steigt sogar die Menge Mensch. Man stelle es sich so vor – man sitzt auf einem kleinen Drei-Bein-Hocker, erst halten unsere Gastgeber gebührend Abstand, rücken dann aber immer näher, bis am Ende unzählige Körper selbst den Blick zum Himmel verdecken. Zwischendurch immer wieder ein streicheln durch die Haare, oder ein kurzer Kniff ins Fleisch – nach dem Motto, sind die wirklich weiß oder ist es alles nur ein Fake. Am Ende kapitulieren wir, fahren in die nächste Ortschaft und stellen uns auf einen umzäunten Hotelparkplatz.</p>
<p>Auch in Addis Abeba kann man nicht wild auf einem Parkplatz stehen, der Bulli wird in „Wims Holland House“ geparkt. Der Niederländer lebt seit über 30 Jahren in Afrika und spuckt nicht ins Glas. Zur Begrüßung bietet er eine zünftige Kneipen-Schlägerei mit einem seiner Gäste – super, wie auf dem Kiez. Leider können die Sanitärenanlagen nicht mit dem Abendprogramm mithalten. Das versprochene warme Wasser zum Duschen gibt es nur am ersten Tag, zwischendurch sind sogar mal alle Toiletten abgesperrt. Schlecht. Dafür ist das Essen lecker. Addis selbst ist eine ziemlich runter gekommene Hauptstadt, übervoll an Menschen, chaotische Straßen und strukturlos im Aufbau, Internetverbindungen, unerträglich langsam. Und erst der Markt, noch nie so viele Ganoven auf einem Haufen gesehen. Taschendiebstahlalarm, Ständig haben wir einen Schatten in den Hacken, der auf eine günstige Gelegenheit wartet. Und tatsächlich, es erwischt Bernd mit dem alten, Zwei-Gauner-Trick. Ein Typ lässt ihn links auflaufen, während der andere in die rechte Hosentasche greift. Hallo Jungs, wir sind auf dem Hamburger Kiez groß geworden – Bernd erwischt die Hand samt Portemonnaie gerade noch rechtzeitig. Mit der Linken den Typen am Kragen, mit der Rechten den Inhalt der Hosentaschen auf Vollständigkeit prüfend, sorgt die Aktion für einen riesigen Menschenauflauf. Dummerweise haben wir gerade hier den zweiten Zwangsstopp, Claus’ Differential muckt immer noch.</p>
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		<title>Simien-Mountains</title>
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		<pubDate>Sat, 15 May 2010 20:25:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bernd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Von Gonda geht es über eine schöne Strecke in den Nationalpark Simien-Mountains. Ein Umweg, der sich lohnt, der Park liegt bis zu 4.300 Meter hoch und ist bekannt für eine seltene Gruppe von Steinböcken und einer speziellen Pavian Art, den Geladas, – Zwei Arten, die es nur hier gibt. Die Affen sind wirklich besonders, lassen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/05/Blog-Pic18.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-237" title="Blog-Pic18" src="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/05/Blog-Pic18-290x300.jpg" alt="" width="290" height="300" /></a>Von Gonda geht es über eine schöne Strecke in den Nationalpark Simien-Mountains. Ein Umweg, der sich lohnt, der Park liegt bis zu 4.300 Meter hoch und ist bekannt für eine seltene Gruppe von Steinböcken und einer speziellen Pavian Art, den Geladas, – Zwei Arten, die es nur hier gibt. Die Affen sind wirklich besonders, lassen einen auf wenige Meter ran, sitzen dabei ruhig auf einer Wiese und zupfen Gras. Bei ihrer Größe und dem fiesen Gebiss ist man froh, dass sie Vegetarier sind und nicht auf Hamburger stehen.</p>
<p>Und erst die Landschaft, der Blick von den Bergkämmen in die Täler ist atemberaubend, alleine die Aussicht hätte die Fahrt in das Gebirge gelohnt. Nur unseren bewaffneten Wächter haut der Anblick nicht vom Hocker, kaum in unserem Bus Platz genommen, schlummert er tief und fest. Die fünf Euro für ihn scheinen gut angelegt. Mit dem verpennten Wachmann im Schlepptau schrauben wir uns Serpentine um Serpentine dem Bergpass entgegen. Und plötzlich bei rund 3.800 Meter stehen sie vor uns, Steinböcke. Nicht wie erwartet auf einem weit entfernten Bergkamm, die wilden Tiere lassen uns ganz ruhig auf rund 20 Meter ran. Es ist eine kleine Herde, darunter drei Böcke mit riesigen Hörnern, sehr beeindruckend. Der Rückweg aus den Bergen ist dagegen eher bedrückend, unser linker Stoßdämpfer ist inkontinent. Ohne Dämpfung schlägt der Reifen wild auf und ab, die nächsten 80 Kilometer zurück nach Gonda geht es mit maximal 25 km/h voran. Ersatz muss her, Originalteile gibt es nicht, nach langen Suchen findet sich ein ungefähr passendes Exemplar, das sich mit Hilfe des alten Dämpfers ummodeln lässt.</p>
<p>Claus, unser Münchener Mitreisender hat nicht so viel Glück, sein Hinterachsdifferential ist hin, Ersatz teuer. Der Einbau eines gebrauchten Teiles dauert rund vier Tage. Zeit genug für unseren Hamburger Kumpel Jo, von Addis Abeba nach Gonda zu kommen, er fährt die nächsten 14 Tage mit uns, will Filmaufnahmen machen. Der letzte Tag Gonda und die Ankunft des frischen Afrikareisenden muss mit einem Festmenü gefeiert werden – den Hauptakteuren, zwei Hühnern, ist allerdings nicht nach Party – ihnen geht es an die Gurgel. Unsere Schlachtversuche sorgen auch unter den weiblichen Hotelangestellten für Gegacker. Schlag in Nacken, Hals durch, ausnehmen und rupfen – wer Fleisch möchte muss Blut sehen können. Erst beim Essen merken wir worüber sich die Damen lustig machen, wir haben zwei Gummiadler erwischt, zäh wie Leder das Gefieder. Egal, viel Kauen hält schlank.</p>
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		<title>Metema-Gonda</title>
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		<pubDate>Sat, 15 May 2010 07:49:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bernd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Äthiopien]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Unser Etappenziel für diesen Tag: Der Campingplatz von Kim und Tim am Lake Tana. Zu optimistisch, die rund 200 Kilometer starten zwar optimal auf Asphalt, wir haben aber in unserer Zeitplanung den Verkehr in Äthiopien unter-schätzt: Selbstmordziegen, stumpfe Rindviecher, tollkühne Esel und ein Volk, das offensichtlich auf der Straße lebt, drücken das Tempo. Dorf hinter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/05/Blog-Pic171.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-231" title="Blog-Pic17" src="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/05/Blog-Pic171-290x300.jpg" alt="" width="290" height="300" /></a>Unser Etappenziel für diesen Tag: Der Campingplatz von Kim und Tim am Lake Tana. Zu optimistisch, die rund 200 Kilometer starten zwar optimal auf Asphalt, wir haben aber in unserer Zeitplanung den Verkehr in Äthiopien unter-schätzt: Selbstmordziegen, stumpfe Rindviecher, tollkühne Esel und ein Volk, das offensichtlich auf der Straße lebt, drücken das Tempo. Dorf hinter Dorf schmiegt sich an das schmale Asphaltband, im Slalom geht es langsam voran. Die vielen Äthiopier sind dabei nicht schüchtern, sagen was sie von den Farangi – den Weißen – wollen: „plastic, plastic, plastic,“  „money, money, money“ oder „pen, pen, pen.“ Wer nichts gibt, bekommt schon mal ein Stein aufs Blech gedonnert. Gegen neun Uhr abends erreichen wir, ohne Dellen, die erste Etappe in Äthiopien. Die holländischen Campbetreiber wissen was uns fehlt: „Habt ihr Hunger – wollt ihr ein Bier,“ hier sind wir richtig. Unsere Truppe ausgetrocknet aus dem Sudan – Kim und Tim durstig nach einer Gruppe von Wasser trinkenden Vegetarierinnen. Zeit für eine Holländisch-Deutsche Nacht, reichlich Bier und Schnaps. Der Hinweis im Dunkeln aufzupassen, um nicht auf eine Schlange oder einen Skorpion zu treten, kommt allerdings nicht mehr bis zu unseren alkoholvernebelten Hirnen – anders lassen sich die ungewollten Rollen durchs Gebüsch nicht erklären. Die kleinen Tierchen beweisen allerdings Geschmack, verschonen uns – Glück gehabt.</p>
<p>Ein Traum: Der Standplatz des Bullis, an einem Hang, mit wunderschönem Blick auf das Wasser. Seeadler kreisen direkt über uns, fangen vor unserer Nase Fische, lassen sich nicht einmal von unseren Schwimmversuchen im See stören. Drei Tage gönnen wir uns diesen wunderschönen Platz und die Gastfreundschaft der Niederländer, es geht weiter Richtung Gonda. Auf der Fahrt fällt auf, egal ob auf den Dächern der Minibusse, auf den Ladeflächen von Eselskarren oder am Seil hinter Fußgängern – überall sieht man Ziegen. Schnell ist klar warum, Ostern endet die Fastenzeit der koptischen Christen und damit das Leben vieler Ziegen. Kein Feiertag für die gehörnten Tiere. Zwar geht es uns nicht ans Fell, aber auch wir kommen nicht in Osterstimmung, zu groß sind die Nebenwirkungen der Festtage – die Pfaffen bringen uns um den Schlaf, fangen gegen zwei Uhr Nachts an zu singen und machen das, mit kurzen Unterbrechungen, bis in den Vormittag hinein. Blöderweise haben sie sich einen Trick bei den Moslems abgeschaut – kommt der Gläubige nicht zu dir ins Gotteshaus, besuche ihn per Lautstärker in Wohn- und Schlaf- zimmer, beziehungsweise in unserem Fall im Bulli. Insgesamt haben wir vier durchwachte, nervige Nächte zu überstehen</p>
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