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	<title>Vom Kiez zum Kap &#187; Sudan</title>
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		<title>Aulia – Metema</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 17:42:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bernd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sudan]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Das nächste Ziel ist Äthiopien, allerdings auf traumhaften Umwegen. Wir fahren wieder entlang des Weißen Nils, finden einen wunderschönen Platz zum Campen – auf einer Wiese, das erste Mal nicht im Sand. Keine fünf Minuten und eine Horde Kinder umlagert unser Camp. Fußball raus und losgelegt. Hüftsteif schieben wir den Ball über den golfplatz-kurzen Rasen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/04/Blog-Pic16.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-220" title="Blog-Pic16" src="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/04/Blog-Pic16-290x300.jpg" alt="" width="290" height="300" /></a>Das nächste Ziel ist Äthiopien, allerdings auf traumhaften Umwegen. Wir fahren wieder entlang des Weißen Nils, finden einen wunderschönen Platz zum Campen – auf einer Wiese, das erste Mal nicht im Sand. Keine fünf Minuten und eine Horde Kinder umlagert unser Camp. Fußball raus und losgelegt. Hüftsteif schieben wir den Ball über den golfplatz-kurzen Rasen. Zu spät fällt auf, die kleinen Racker haben es auf unseren Ball abgesehen. In einer Spielpause wird es verdächtig ruhig, einer nach dem anderen verkrümelt sich, vom Leder nichts zu sehen. Im letzten Moment bekommen wir sie zu packen, der Ball findet sich weit ab in einem Baum versteckt. Egal, wir pfeifen die zweite Halbzeit an.</p>
<p>Abseits der Straßen geht es am nächsten Morgen weiter. Wir suchen unseren Weg durch Wüste, Steppe, ausgetrockneten Flüssen und entlang verwaister Bahnschienen, meist ist weit und breit kein anderes Auto zu sehen – am Ende stehen 260 Kilometer Offroad, beziehungsweise Dirtroad auf dem Tacho. Am schlimmsten sind die Wellblechstrecken, das stundenlange Geschüttel zerlegt Mensch und Maschine. Ausfälle an unserem Bus: Innenraumgebläse durchgebrannt, Kurzschluss zum Kühlerlüfter. Mit Hilfe einer Plastikdose lässt sich der Lüfter reparieren, das Gebläse für den Innenraum ist leider nicht so einfach zu flicken, kein Spaß bei über 40 Grad Außentemperatur.</p>
<p>Mit ausgetrockneten Kehlen geht es an die Grenze nach Äthiopien. Klassisch, die Frage des Zöllners: „Wo soll es denn hingehen?“ – Antwort: „Äthiopien.“ – Reaktion: „Ah, okay.“ Mit Blick auf den Grenzbaum kostet es Selbstbeherrschung nicht los zu lachen.</p>
<p>Sehenswert, die Äthiopische Stempelstelle für unsere Pässe. Vorbei an Hühnern, steht man in einer dunklen Lehmhütte – kaum zu glauben, dass der moderne Botschaftsbau in Khartum und diese windschiefen Bude demselben Land gehören. Passend zum äußeren Eindruck gibt es in der Hütte keinen Computer, von Hand kontrolliert der Beamte lange Listen. Zu lange für Bernd, er nickt selig auf seinem Stuhl ein und zu lange für den Zoll – Mittagspause.</p>
<p>Egal, wir lassen den Wagen im Sudan stehen und stürmen die erste Kaschemme in Äthiopien. Mit Tränen in den Augen trinkt Kay nach 17 Tagen seine erste Flasche Bier. Die Wirkung, verheerend – einmal angesaugt, lässt er sich erst sieben Flaschen später stoppen</p>
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		<title>Khartum</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 17:39:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bernd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sudan]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>Nach vier Tagen erreichen wir durchgeschwitzt Khartum. Unser Visum für Äthiopien ist schon abgelaufen, es gilt für 20 Dollar ein neues zu besorgen. Gar nicht so einfach, richtige Öffnungszeiten hat die Botschaft nicht, morgens aufgemacht werden 17 Leute eingelassen, wer nicht da drunter ist, muss sein Glück am nächsten Tag versuchen. Einen anderen Grund die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/04/Blog-Pic15.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-214" title="Blog-Pic15" src="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/04/Blog-Pic15-290x300.jpg" alt="" width="290" height="300" /></a>Nach vier Tagen erreichen wir durchgeschwitzt Khartum. Unser Visum für Äthiopien ist schon abgelaufen, es gilt für 20 Dollar ein neues zu besorgen. Gar nicht so einfach, richtige Öffnungszeiten hat die Botschaft nicht, morgens aufgemacht werden 17 Leute eingelassen, wer nicht da drunter ist, muss sein Glück am nächsten Tag versuchen. Einen anderen Grund die Hauptstadt Sudans zu besuchen gibt eigentlich nicht.</p>
<p>Bemerkenswert sind die Straßen: Häufig fehlen mitten auf der Fahrbahn Gullydeckel, damit erinnert der Trip durch die Stadt an ein Telespiel, landet man in so einem Loch, verliert man statt eines virtuellen Lebens die Vorderachse. Wir haben auf den Weg nach Khartum zwar nicht unsere Achse, dafür aber Luft aus dem linken Hinterreifen verloren. Ein kleiner Riss in der Stahlfelge ist schuld – 3,50 Euro kostet uns die Schweißnaht, hoffentlich hält sie bis Südafrika.</p>
<p>Unser Highlight in Khartum: Die tanzenden Derwische. Auf einem Friedhof treffen sich jeden Freitag ein Gruppe von rund 80 Sufis, eine mystische Abspaltung des Islams. Trommelsound und wildes Gedrehe soll die Tänzer in Trance versetzen. So die Theorie, viele von den Jungs hatten eher die Kameras im Blick, als die spirituelle Erfahrung. Egal, die Typen sehen schon sehr speziell aus, könnten auch aus Indien stammen.</p>
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		<title>Wadi Halfa – Richtung Khartum</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Apr 2010 17:37:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>bernd</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sudan]]></category>

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		<description><![CDATA[<p>9.243 Kilometer seit Hamburg.</p>
<p>Übers Wasser ist die einzige Möglichkeit mit dem Auto aus Ägypten in den Sudan zu kommen. Verwunderlich, schließlich teilen sich die beiden eine etliche 100 Kilometer lange Grenze. Offiziell liegt dieses komplizierte Verfahren an Grenzstreitigkeiten, böswillige Zeitgenossen könnten auch vermuten, dass das Fährunternehmen gute Kontakte zu den Behörden pflegt – die Kuh, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/04/Blog-Pic14.jpg"><img class="alignleft size-medium wp-image-206" title="Blog-Pic14" src="http://vom-kiez-zum-kap.com/wp-content/uploads/2010/04/Blog-Pic14-290x300.jpg" alt="" width="290" height="300" /></a>9.243 Kilometer seit Hamburg.</p>
<p>Übers Wasser ist die einzige Möglichkeit mit dem Auto aus Ägypten in den Sudan zu kommen. Verwunderlich, schließlich teilen sich die beiden eine etliche 100 Kilometer lange Grenze. Offiziell liegt dieses komplizierte Verfahren an Grenzstreitigkeiten, böswillige Zeitgenossen könnten auch vermuten, dass das Fährunternehmen gute Kontakte zu den Behörden pflegt – die Kuh, die einen ernährt, schlachtet man nicht.</p>
<p>Zumindest wissen wir jetzt, dass wir gesund sind – zu den Einreiseformalitäten an Bord gehört Fiebermessen, alle Passagiere haben ihren Kopf durch ein Bullauge zu stecken, blitzschnell wird einem ein Thermometer ins Ohr gesteckt, das Ergebnis auf einem Zettel notiert. Komisch, unsere Temperaturen liegen zwar zwischen 32 und 34 Grad, aber das scheint keinen zu beunruhigen. Der Sudanese ist offensichtlich nicht so heißblütig.</p>
<p>Richtig blöd an der unfreiwilligen Bootstour, unser Auto muss auf ein extra Schiff, ein kleiner Frachter – nicht viel breiter als unser Bus lang ist. Die Nussschale ist windempfindlich, es kommt wie es kommen muss, ein Sandsturm verzögert die Ankunft der Autofähre. Am Mittwoch geplant, landet der Wagen erst am Freitag in Wadi Halfa, dem muslimischen Feiertag. Mit Warten geht es weiter, schließlich arbeitet der Zoll auch am Samstag nicht, wir dürfen lediglich den Bulli von Bord fahren.</p>
<p>Sechs Tage in einem Ort aus flachen Lehmhütten, einem zwei Euro Hotel, viel Sand und Staub – ohne fließend Wasser, ohne Bier. Ein schlechter Start in den Sudan. Der einzige Lichtblick, wir haben ein nettes Restaurant gefunden. Das Familienunternehmen besteht aus Mutter, Vater und drei Töchtern. Ihre Speisekarte ist zwar überschaubar, bietet ab den dritten Tag nur noch Wiederholungen, dafür ist es billig, rund zwei Euro kostet ein Fleischgericht. Auch für Unterhaltung ist gesorgt, es schreit die ganze Zeit aus einem Fernseher in der Ecke, mit etwas Glück sogar in Englisch – Rocky III, Braveheart, alle Star Wars Episoden und andere alte Blockbuster sorgen für Ablenkung. Kays Geburtstagsfeier nicht, seine erste Trockene nach 26 Jahren, es ist einfach kein Schnaps aufzutreiben.</p>
<p>Egal, Sonntag geht es endlich weiter – der Sudan will entdeckt werden. Wir sind nicht mehr alleine unterwegs: Claus fährt mit seinem Toyota Land Cruiser voraus, das erste Mal so richtig Offroad. Sandpisten, Dünen – die Strecke am Nil entlang hat es in sich. Unser Bulli kommt mit seinen 70 PS an seine Grenzen, nur mit einem Trick kommen wir durch den tiefen Sand: Mit kaum noch Luft in den Reifen sinkt der T3 nicht so tief ein, wühlt sich frei. Es geht weiter durch malerische Dörfer, so eng, dass unser Auto fast an den Lehmmauern kratzt. Auch hier überall zu viel Sand für unseren Bus, gut dass die Dorfbewohner schieben helfen. Auf den Märkten gibt es Gemüse, Brot und Reis. Campingplätze gibt es nicht, kurz vor Sonnenuntergang stellen wir uns einfach an den Nil. Die erbeuteten Zutaten bruzzeln wir jeden Abend zu einem leckeren Essen auf dem Gaskocher im Auto. Das Beste: Die Pyramiden und Tempel auf unserem Weg haben wir für uns alleine – glücklicherweise hat Ägypten keine Exklusivrechte auf solche Sehenswürdigkeiten.</p>
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